Verdunkelungsvorhang

Der Verdunkelungsvorhang -Geschichte und Funktion

Der Verdunkelungsvorhang ist ein wesentliches Gestaltungselement jedes Wohn- und Schlafzimmers. Er schirmt grelles Tageslicht ab, verhindert indiskrete Blicke fremder Menschen von außen und erzeugt eine behagliche und gemütliche Atmosphäre. Vor allem in der heißen Jahreszeit, wenn die intensive Sonneneinstrahlung Wohnräume, die an der Südseite eines Hauses liegen, schon in den Morgenstunden aufheizt, sorgt ein zugezogener Verdunkelungsvorhang für ein angenehm kühles und entspanntes Raumklima. Im Winter kann ein Vorhang aus schweren und dichten Materialien wesentlich dazu beitragen, die warme Heizungsluft im Zimmer zu speichern und verhindert, dass diese durch undichte Fenster nach außen dringt. Der Verdunkelungsvorhang erfüllt jedoch nicht nur unterschiedliche praktische Funktionen, sondern gibt jedem Zimmer als Dekorationsobjekt den letzten Schliff und erfüllt deshalb auch einen ästhetischen Zweck. Die Auswahl von Vorhänge verschiedener Ausführungen und Materialien ist heute schier unendlich. Wenn Sie dennoch auf der Suche nach einem ganz besonderen Verdunkelungsvorhang sind, können Sie diesen auch selbst nähen. Ein Vorhang ist in wenigen simplen Arbeitsschritten schnell selbst gemacht und kann auch problemlos von Anfängern gefertigt werden.

Der Verdunkelungsvorhang in verschiedenen Stilepochen

VerdunkelungsvorhängeIn südlichen Ländern hat der Vorhang zum Abdunkeln und Kühlen von Wohnräumen eine mehrere Jahrtausende lange Tradition. Bereits aus dem alten Ägypten ist bekannt, dass die Menschen versuchten, ihre Gemächer in den offenen Tempelanlagen mit Stoffgeweben von der intensiven Sonneneinstrahlung abzuschirmen. Diese Vorhänge bestanden aus einfachen, nur rudimentär befestigten Baumwollgeweben und waren in der Regel mit Lotusmotiven kunstvoll bemalt. Im alten Griechenland und bei den Römern wurde der Verdunkelungsvorhang weiterentwickelt, indem in Falten gelegte schwere Stoffe mit einer Schabracke verbunden wurden. Der Vorhang wurde bei den Römern und Griechen zu einem wichtigen Gestaltungselement der Bürgerhäuser und war mit ornamentalen Verzierungen üppig dekoriert. In der Gotik verlor der Verdunkelungsvorhang vorübergehend an Bedeutung, da sich in jener Epoche das in bunten Farben und aufwendigen Szenen und Motiven bemalte Glasfenster durchsetzte. Dieses stellte nicht nur ein wichtiges künstlerisches Dekorationselement dar, sondern sorgte tagsüber auch für einen angenehmen Verdunkelungseffekt. Vorhänge aus dicken Stoffen mit goldenen und silbernen Stickereien wurden in der Gotik und im Mittelalter vorrangig im Innenbereich eingesetzt, um Wärmeverluste um Schlafgemächer und Wohnräume auszugleichen. Sie waren jedoch ebenfalls wichtige Gestaltungselemente der Einrichtung, denn sie waren aufwendig mit Blumenmustern und Wappenmotiven verziert und aus kostbaren Materialien gefertigt. Die Verdunkelungsvorhänge mit Schabracken, die in der Antike erfunden wurden, erfreuten sich erst wieder in der Renaissance großer Beliebtheit. Ab dem 15. Jahrhundert kamen erstmals unterschiedliche Vorhänge auf, die je nach Funktion aus unterschiedlich festen oder dünnen Geweben gearbeitet waren. Bordüren, Quasten und ausgefeilte Halterungskonstruktionen setzten sich in der Renaissance ebenfalls durch.

Im Barock und Rokoko fügten sich Verdunkelungsvorhänge erstmals in das optische Gesamtkonzept der Wohnbereiche ein, das sie aus denselben Materialien angefertigt wurden wie Kissen und Polstermöbel. Vorhänge aus üppigen Brokatstoffen mit floralen Motiven, wie sie im Zeitalter des Barock und Rokoko populär wurden, sind bis heute beliebt und oft in antiquarisch eingerichteten Haushalten zu finden. Die Gardinenstange, wie wir sie heute zum Aufhängen der Vorhänge benutzen, verdankt ihre Existenz einer Erfindung im frühen 19. Jahrhundert. Auch die Klammern mit Schlaufen, die dem attraktiven Auseinanderziehen beider Verdunkelungsvorhänge während des Tages dienen, wurden im 19. Jahrhundert entwickelt. Im Zeitalter von Jungendstil, Art-Déco und Moderne wurde der Verdunkelungsvorhang zu einem wesentlichen Raumelement und aus Stoffen gearbeitet, die mit prägnanten graphischen Mustern der jeweiligen Stilepoche bedruckt waren. Erst mit Beginn der Sechzigerjahre des vorigen Jahrhunderts wichen auffällige Musterungen auf Vorhangstoffen allmählich den einfarbigen und dezenten Ausführungen, um Tapeten, Mobiliar und Teppiche in den optischen Mittelpunkt zu rücken. Heute sind der Wahl des Verdunkelungsvorhangs keine ästhetischen Grenzen gesetzt. Je nach persönlichem Stil und Wohngefühl können sowohl Gardinen als auch Vorhänge in einfarbigen oder gemusterten Stoffen gewählt werden. Leuchtende und knallige Farben sind bei Verdunkelungsvorhängen ebenso beliebt wie bodenlange schwere Samt- oder Brokatvorhänge, kurze Ausführungen oder zart durchscheinende Varianten. Der Vorhang ist zu einem wesentlichen Gestaltungselement geworden, das die optische Wirkung und Atmosphäre eines Raumes maßgeblich beeinflusst. Er wird abhängig vom jeweiligen Einrichtungsstil und individuellen Bedürfnissen ausgewählt. Ob er dunkel, bunt gemustert oder einfarbig hell erscheint, wird letztendlich auch von der Lage des Zimmers und dem damit verbundenen Lichteinfall mitbestimmt.

Der Kauf eines Verdunkelungsvorhanges

Heute bieten alle großen Möbelhäuser und Einrichtungsketten fertige Vorhänge ebenso an wie nach individuellen Maßen gearbeitete Varianten. Als Kunde müssen Sie lediglich in den Laden gehen, einen geeigneten Stoff auswählen, die Maße der Fenster angeben und die Anfertigung des Verdunkelungsvorhanges in Auftrag geben. Je nach Zielgruppe bieten verschiedene Möbelhäuser Vorhangtextilien in den unterschiedlichsten Stilrichtungen an. Wer es lieber unauffällig und konventionell hat, wird sich eher in den etablierten Möbelhäusern umsehen, freche und poppige Vorhänge bieten günstige Einrichtungshäuer, die sich vorrangig an eine junge Klientel richten. Besonders edle Ausführungen in kostbaren Stoffen wie Brokat oder einem schweren Samt finden Sie bei Raumausstattern, die passend zu Vorhängen auch Tapeten sowie Textilien anbieten und Sitzmöbel überziehen. Wenn sie auf der Suche nach einem Gesamtkonzept für ihren Schlaf- oder Wohnbereich sind, sollten Sie sich daher an ein solches Fachgeschäft wenden, wo Sie in der Regel hochwertige und auch teure Materialien in bester langlebiger Qualität sowie unzähligen Musterungen und Motiven finden. Ob Vintage-Look, Jugendstil-Motive oder goldbestickte Brokatstoffe im Barock-Stil, beim Raumausstatter werden Sie stets fündig, wenn Sie auf der Suche nach dem gewissen Etwas sind.

Den Verdunkelungsvorhang selbst nähen

Dennoch finden Sie nirgends eine solch große Auswahl an Materialien, Motiven und Mustern wie in einem gut sortierten Stoffladen. Wenn Sie eine fixe Vorstellung davon haben, wie der Verdunkelungsvorhang aussehen soll, Lust auf etwas Kreativität mitbringen und dabei noch Kosten einsparen möchten, sollten Sie in Erwägung ziehen, das Material im Stoffgeschäft zu erwerben und den Vorhang anschließend selbst zu nähen. Nicht nur geübte Handarbeiter haben bei der Fertigung eines Vorhangs leichtes Spiel, auch Anfänger können solche Textilien ohne Probleme selber nähen. Im Gegensatz zu Gardinen, die meist aus einem transparenten, glatten und daher etwas rutschigen Material gefertigt werden, wird für Verdunkelungsvorhänge immer ein festes und robustes Gewebe verarbeitet, dass sich beim Nähen an der Maschine weder verzieht noch in Falten wirft. Darüber hinaus ist auch der Zuschnitt der Stoffbahnen keine große Herausforderung, da lediglich die Breite der Fenster und die Höhe von der Vorhangstange bis zum Boden gemessen werden müssen. Nach einer Einberechnung von Nahtzugaben an den Seiten sowie mehreren Zentimetern für den Umschlag an der oberen und unteren Kante werden aus dem Stoff gerade rechteckige Bahnen zugeschnitten. Diese müssen nur an den Kanten und Längen entsprechend sauber gebügelt und mit geraden Linien umgenäht werden. Nachdem das Vorhangband an der oberen Kante eingesetzt wird, kann der fertige Verdunkelungsvorhang schon an der Stange befestigt werden. Mehr als ein paar Grundkenntnisse über die Bedienung einer Nähmaschine ist daher für die Fertigung eines Vorhanges nicht vonnöten. Dafür erfreuen Sie sich danach täglich an Ihrer Eigenkreation, wenn Sie morgens die Vorhänge ziehen und den Tag begrüßen.

Die richtige Wahl des Vorhangstoffes

Grundsätzlich können Sie das Material für ihren Verdunkelungsvorhang gemäß Ihres individuellen Geschmacks aussuchen. Da der Vorhang neben den Möbeln, Teppichen, der Beleuchtung sowie unterschiedlichen Ziertextilien zu den wichtigsten Elementen der Einrichtung zählt, sollte das Material immer auf den Stil des Zimmers abgestimmt werden. Ob der Vorhang einfarbig, gemustert, bunt oder in dezenten Tönen ausgesucht wird, ist reine Geschmackssache. Allerdings sollten bei der Wahl des passenden Materials einige Aspekte berücksichtigt werden. Aus Sicherheitsgründen ist es immer vorteilhaft, ein robustes Baumwoll- oder beschichtetes Kunstfasergewebe auszusuchen, das nur schwer entflammbar ist. Der Stoff muss fest gewebt sein und darf keinen Elastan-Anteil besitzen, um gerade und regelmäßig zu hängen. Um Tages- und Sonnenlicht perfekt abzuschirmen, sollten Sie für den Vorhang stets ein dichtes Gewebe wählen, das keine zu helle Farbe aufweist. Beispielsweise eignen sich Stoffe aus Weiß, Cremetönen, Gelb oder Rot eher weniger dazu, ein südseitiges Schlafzimmer in der hellen Jahreszeit abzudunkeln, wenn die Sonne schon in den frühen Morgenstunden durch das Fenster scheint. Allerdings sind heute auch schon Vorhangstoffe auf dem Markt, die durch eine spezielle Beschichtung das Sonnenlicht abwehren. Viele Raumausstatter und Möbelgeschäfte bieten im Rahmen ihres Anfertigungs-Service auch an, durchscheinende Stoffe mit einer weiteren, etwas dichteren Stoffschicht zu unterlegen, die nur von außen sichtbar ist. Helle Materialien sind für Vorhänge besonders dann zu empfehlen, wenn ein Raum eher klein und mit Holzmöbeln eingerichtet ist, denn ein solches Zimmer kann durch einen Verdunkelungsvorhang in Creme- oder Gelbschattierungen optisch aufgehellt und vergrößert werden. Viele Menschen mögen es zudem gerne, beim Aufwachen von der Sonne, die durchs Fenster strahlt, begrüßt zu werden und bevorzugen daher auch bei Verdunkelungsvorhängen leicht durchscheinende Materialien in hellen oder leuchtenden Farben. So kann beispielsweise ein Verdunkelungsvorhang aus einem knalligen und dünnerem Stoff das Zimmer bei Lichteinfall in ein attraktiv buntes Licht tauchen.

Sie sollten bei der sorgfältigen Wahl des Stoffes für Ihren Verdunkelungsvorhang stets berücksichtigen, dass dieser regelmäßig gereinigt werden muss, da sich Straßenschmutz und Staub leicht im Gewebe ansammeln. Auch Kochdünste und andere unangenehme Gerüche nimmt ein Vorhang mit der Zeit auf und sollte daher regelmäßig gereinigt werden. Überlegen Sie sich vor dem Kauf am besten, ob Sie bereit sind, den Vorhang in regelmäßigen Abständen chemisch reinigen zu lassen oder es bevorzugen, ihn einfach in die Waschmaschine zu werfen und nach dem Trocknen zu bügeln. Viele Vorhangstoffe eignen sich nämlich wegen spezieller Beschichtungen und empfindlicher Gewebekomponenten nur für die professionelle Reinigung. Herkömmliche Baumwollgewebe können im Normalfall auch bei dreißig Grad in der Maschine gewaschen werden. Erkundigen Sie sich beim Kauf bei dem Verkäufer oder lesen sie sich im Stoffladen die Pflegehinweise des gewählten Materials durch, bevor Sie die Fertigung des Vorhangs in Auftrag geben oder sich selbst an die Arbeit machen.